Erdgas

Entstehung

Flamme eines GasherdesErdgas entsteht in etwa auf die selbe Weise wie Erdöl. Es kommt daher oft oberhalb von Erdöllagerstätten vor.
Vor etwa 65-200 Millionen Jahren sanken tote pflanzliche und tierische Meereslebewesen in den Faulschlamm von Salz-Gewässern. Der Salzgehalt  verhinderte den aeroben Zersetzungsprozess.  Im Laufe von Jahrmillionen lagerten sich weitere Schlammschichten darüber ab und isolierten das organische Material vom sauerstoffhaltigen Wasser. Unter hohem Druck und den daraus resultierenden hohen Temperaturen wurde es dann von anaeroben (sauerstoffempfindlichen) Bakterien zu Erdgas zersetzt.
In porösem, durchlässigem Gestein steigt Erdgas nach oben und bildet dort, wo es auf eine undurchlässige Schicht stößt Erdgasblasen, die wir als "Vorkommen" oder "Lagerstätten" bezeichnen.  Man nennt Erdgas, das aus diesen Lagerstätten stammt "konventionelles" Erdgas.

Mit Abnahme der Erdgasreserven gelangen zunehmend Lagestätten ins Blickfeld, in denen das Ergas nicht, wie beschrieben, ungebunden in Blasen vorkommt ("konventionelles Gas"), sonder wie in einem Schwamm eingebettet in Schiefer-, Sandgestein oder Kohleflözen. Das Gas ist hier an den Oberflächen von Gesteinspartikeln gebunden. Aus solchen Vorkommen gefördertes Gas bezeichen wir als "unkonventionelles" Gas.
 

Förderung und Verarbeitung

Am Anfang der Suche nach Lagerstätten stehen Luft- und Satellitenaufnahmen sowie geophysikalische Untersuchungen des Geländes in Hinblick auf Magnetismus, Dichte, Schallgeschwindigkeit, elektrischer Widerstand oder Radioaktivität.
Liefert die nachfolgende Probebohrung ein positives Resultat, so wird die Lagerstätte zur Förderung angebohrt. Das konventinelle Erdgas strömt dann in der Regel durch Röhren selbständig nach oben.

Es ist heute ungefähr absehbar, wann die Reserven konventionellen Erdgases zu Neige gehen. Daher interessiert sich die Wirtschaft zunehmend für die Förderung unkonventinellen Gases.
Diese Förderung (Fracking) ist aufwendiger und umweltbelastender als die konventionelle:
Mit viel Druck werden Wasser, Sand und Chemikalien in den Boden gepresst. Dadurch  wird das Gestein aufgerissen und das Gas wird zugänglich. Es wird durch chemische Zusätze von den Gesteinsoberflächen gelöst und kann gefördert werden.
Fracking wird global seit über 60 Jahren bei bis heute mehr als 1 Mio. Bohrungen angewandt. In den USA kommt das Verfahren mittlerweile bei nahezu  90% der Erdgasbohrungen zum Einsatz (Wikipedia). In Deutschland, wo man sich seit rund 15 Jahren dieser Methode bedient wird der vermehrte Einsatz auf Rentabilität geprüft  (Wirtschaftsverband Erdöl- und Erdgasgewinnung e. V. ).

Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe schätzt das globale Vorkommen an Schiefergas auf 450 Billionen Kubikmeter und für Kohleflöz-Gas auf über 350 Billionen Kubikmeter. Es übersteigt damit das Vorkommen von konventionellem Erdgas erheblich.
Legt man den Ergasverbrauch aus dem Jahr 2009 (ca. 3 Billionen Kubikmeter) zugrunde, kommt man zu dem Ergebnis, dass die Ressource für knapp 250 Jahre Erdgas liefern könnte. Tatsächlich sollte man aber von einem steigenden Verbrauch ausgehen, so dass die Vorkommen früher erschöpft sein dürften.
Aktueller Link: "Bund stoppt Gasbohrpläne in Deutschland"
 

Nutzung in Zahlen

Erdgas ist ein Gemisch aus vielen verschiedenen Chemikalien. Es besteht zu 75% - 99% aus Methan. Vor einigen dieser Chemikalien, die giftig sein können, muss das Gas befreit werden bevor es ins Erdgasnetz eingespeist werden kann.

In der Bundesrepublik Deutschland wurde die städtische Gasversorgung in den frühen 80er Jahren vom giftigen Stadtgas, was durch Kohlevergasung gewonnen wurde, auf Erdgas umgestellt. In der DDR folgte dieser Schritt gut 10 Jahre später.
Der Verbrauch stieg in Gesamtdeutschland bis 2007 auf rd. 102 Milliarden qm an. Im Jahr 2010  betrug er noch gut 96,28 Milliarden qm (IndexMundi). Der bei weitem größte Anteil wird über Pipeleins aus Russland geliefert. Etwa 15 % des konventionellen Gases stammen aus hiesigen Vorkommen. De Bestände unkonventionellen Gases in Deutschland und die Wirtschatlichkeit seiner  Förderung wird derzeit geprüft.

Bei der Erdgasverbrennung entstehen im Verleich zu den anderen fossilen Energieträgern weniger Emisionenen. Daher ist Erdgas relativ zu Kohle und Öl umweltverträglicher und wird als Treibstoff für Kraftwagen steuerlich begünstigt.

Im Oktober 2011 waren in Deutschland über 75.000 mit Erdgas betriebene Fahrzeuge  zugelassen, mit steigender Tendenz. Aufgrund der leichten Zugänglichkeit über das Erdgasnetz bieen Tankstellen heute ein dichtes flächendeckendes Netz an Tankmöglichkeiten.. Lediglich auf dem Land, wo ein Erdgas-Netz nicht existiert ist die Versorgung mit Erdgas für Kraftfahrzeuge nicht immer optimal.

Der größte Teil des hier verbrauchten Erdgases wird ins Erdgasnetz eingespeist und von Privathaushlten zum Heizen genutzt. Ferner kommt das Gas in Kraftwerken zum Einsatz, die Strom oder Fernwärme erzeugen.
 

Probleme

Die sicherlich größten Risiken bei der Verbrennung fossiler Energieträger gehen von der hohen Schadstoffemission aus. Zwar steht Kohle hier bei Weitem an erster Stelle. Die fossilen Energieträger sind aber insgesamt hauptursächlich für die hohe Belastung unserer Umwelt durch das Treibhausgas CO2.
Im Straßenverkehr stehen weitere Giftemissionen im Vordergrund. Auch hier gilt aber, dass Gas als Treibstoff die am wenigsten schädliche Variante darstellt.

Beim Transport von Gas, Öl oder Ölprodukten kommt es immer wieder zu Unfällen. So entstehen durch Lecks in Pipelines Explosionen und Brände mit schlimmsten Folgen für Mensch, Tier und Umwelt. Hundert von Toten und Verletzten sind keine Seltenheit. Zudem treten die schlimmsten Pipelineunfälle in den ärmsten Ländern unserer Erde auf.

Insbesondere der Abfall, bestehend aus giftigen Chemikalien macht das Fracking zu einem umweltschädlichen Verfahrene.n Es besteht immer die Gefahr, dass das Grudwasser vergiftet wird.

Autor: Andreas Pützer

Bildquelle:  aboutpixel.de Gas © Joachim S.

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