Energieverbrauch

Der Begriff „Energieverbrauch“ nicht ganz stimmig, denn im physikalischen Sinne wird Energie nicht verbraucht.
Umgangssprachlich meinen wir damit den Vorgang der Umwandlung von verschiedenen Formen der Sekundärenergie (Strom, Wärme) in Arbeitsleistung oder Nutzwärme.
„Verbrauch“ bezieht sich in diesem Zusammenhang auf Primär- (z.B. Kohle, Öl, Gas) oder Sekundärenergie als Wirtschaftsgut.
Wir möchten deshalb in diesem Text weniger von „Verbrauch“ als viel mehr von „Umsatz“ sprechen.

2007 betrug der weltweite Umsatz von Primärenergie 503 EJ (1 Exajoule = 1018 J = 1.000 Petajoule). Dabei verdreifachte er sich in den Jahren 1965 bis 2012 fast kontinuierlich.
In Deutschland blieb der Umsatz dagegen mit Schwankungen über Jahrzehnte nahezu konstant beziehungsweise ist tendenziell leicht rückläufig. Er betrug im Jahre 1980 etwa 14,891 EJ und 14,241 EJ 2005.

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Seit 2006 nimmt er langsam ab, von 14,8 EJ  auf  etwa 13,7 im Jahr 2009 (Bundesministerium für Wirtschaft )

Von 2008 auf 2009 sank der Energieumsatz ganz besonders deutlich, um 6,5 % im Vergleich zum Vorjahr. In den Folgejahren stieg er dann wieder leicht an. Diese Entwicklung wird auf den plötzlichen wirtschaftlichen Einbruch im Zuge der Finanzkrise und der anschließenden allmählichen Erholung zurückgeführt. Allerdings wird auch festgestellt, dass der Rückgang des Energieumsatzes 2009 höher lag, als der Rückgang des BIP, was darauf hindeutet, dass weitere Faktoren die Bedarfsreduzierung förderten (www.rohstoff-welt.de).

Neben der Wirtschaftsentwicklung spielen demografischer Wandel, Anzahl der Haushalte, technologische- und strukturelle Veränderungen eine Rolle.
Die Anzahl der Haushalte, als auch der Bevölkerung nahm in den Jahren 1990-2009 in Deutschland eher leicht zu und dürfte damit dem allgemeinen Trend zur Reduzierung des Energieumsatzes entgegengewirkt haben ("Energie in Deutschland“, BMWI, Berlin 2010) .
Die positive wirtschaftliche Entwicklung dieser Jahre und der Anstieg des Wohlstandes dürften zu einem Anstieg des Konsums geführt haben, was der Umsatzreduzierung bei Energie ebenfalls entgegenwirkt.
Es ist daher anzunehmen, dass die Bewusstseinsveränderung der Menschen seit der Ölkrisen in den 70er Jahren mit zur Absenkung des Energiebedarfs beigetragen hat. Die Ölkrisen rückten die Begrenztheit der Energie-Ressourcen in die Wahrnehmung der Menschen und konnte sowohl 1970 als auch 1978/79 den Umsatz für kurze Zeit rapide senken.
Heutzutage prägen außerdem Stichworte wie ‚Ölpest’, ‚GAU’, ‚Super-GAU’, ‚Erderwärmung’, ‚Klimawandel’, ‚Ressourcenverknappung’ das Bewusstsein der Bürger und das energiepolitische Handeln. Darüber hinaus machen steigende Energiepreise das Sparen zunehmend auch ökonomisch interessant.

Für die Jahre 1990 bis 2009 lässt sich feststellen, dass der Primärenergieverbrauch in Deutschland je Einwohner schneller sinkt, als der Verbrauch je 1.000 Euro Bruttoinlandsprodukt, was darauf hinweist, dass der Einfluss der Wirtschaftsentwicklung gegenüber dem Einfluss technischer, sozialer und politischer Veränderungen geringer wird. Dies lässt sich insbesondere für die Jahre nach 2006 konstatieren. Entsprechend reduzierte sich der Energieeinsatz der Deutschen Industrie je Einheit Bruttoproduktionswert (in Preisen von 2005) von etwa 3200 1991 auf  2420 MJ/1.000 Euro BPW 2009 (Energie in Deutschland“, BMWI, Berlin 2010)

Tendenziell verläuft die Entwicklungskurve des Energiebedarfs für den Verkehr ähnlich – allerdings auf etwas höherem Niveau.
Im Jahr 2007 betrug der Anteil der Industrie am Gesamtenergieumsatz 27,9 %, der Anteil des Verkehrs betrug 29,7 % und der des Bereichs Gewerbe, Handel, Dienstleistungen 15,9 %. Die privaten Haushalte schlugen mit 26,5 % zu Buche (Umweltbundesamt).

Autor: Andreas Pützer

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